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zurück 27.04.2022

Artificial Intelligence: eine Herausforderung für Pharmafirmen

Einen integrierten Ansatz bieten das Walliser Forschungsinstitut Idiap und die swiss distance University in Zusammenarbeit mit dem Kanton Wallis. Über ein einzigartiges Programm, das akademischen Fernunterricht und berufsbegleitende Ausbildung kombiniert, werden Pharmaunternehmen, Start-ups und multinationale Konzerne, bei der Entwicklung ihrer Projekte im Bereich der künstlichen Intelligenz unterstützt. 

Inspiriert vom Schweizer Ausbildungssystem mit zweigleisiger Ausbildung (Lehre) hat das Idiap einen dualen Masterstudiengang über 18 Monate zu 90 ETCS-Kreditpunkten entwickelt. Er kombiniert theoretische Kurse mit einer praktischen Ausbildung in einem Unternehmen. Die Projekte, die mit dem "Gastunternehmen" vereinbart werden, werden von Forschern im Bereich der künstlichen Intelligenz und Spezialisten des Forschungsinstituts betreut. Als nationales Kompetenzzentrum für künstliche Intelligenz und Experte für Technologietransfer bietet Idiap den Partnerunternehmen somit wissenschaftliches Fachwissen. 


Eine Win-Win-Partnerschaft
Im Jahr 2020 entwickelte das Unternehmen Merck Serono Aubonne in Zusammenarbeit mit dem Walliser Forschungsinstitut eine KI-Lösung, die in der Lage ist, die Kritikalität von "Abweichungen" - kleine oder grosse Zwischenfälle, die bei der Herstellung von Medikamenten auftreten können - zu beurteilen. Christophe Martin leitet die Qualitätsabteilung der Merck Serono Laboratories und stellt im Februar 2020 eine Auszubildende ein, die den KI-Masterstudiengang am Idiap absolviert hat. Das Ziel: eine Lösung mit künstlicher Intelligenz zu entwickeln, die es ermöglicht, Zwischenfälle vom Eingang der Rohstoffe bis zur Lagerung der Fertigprodukte nach ihrem Typ zu qualifizieren: groß oder klein. 

Es dauerte 18 Monate, um dieses Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen, 18 Monate, in denen Daten bereinigt und gekennzeichnet und Codierungen vorgenommen wurden. "Wir setzen jetzt unsere Ressourcen bei der Umsetzung von Korrekturmaßnahmen an der richtigen Stelle ein und sind bei unseren Präventivmaßnahmen viel relevanter", erklärt Christophe Martin. Ein nächstes Projekt ist übrigens bereits ins Auge gefasst: Eine durch die Covid-Krise angeschlagene Lieferkette soll mit einem ähnlichen System abgesichert werden.


Erhebliche Einsparungen und ein zu erkundendes Innovationspotenzial - dank der KI!
Mit rund 80.000 CHF, die in dieses erste Projekt investiert wurden, sieht Merck Serono bereits signifikante finanzielle Auswirkungen: Rund 15.000 CHF Stunden pro Jahr spart die Qualitätseinheit dank dieser Lösung ein. Und das ist noch nicht alles ! "Heutzutage hat die Pharmaindustrie Schwierigkeiten, die Nachfrage der Krankenhäuser zu befriedigen. Unsere Arzneimittelversorgung mithilfe von KI zuverlässiger zu machen, bedeutet zwar, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, aber auch, ein Problem der öffentlichen Gesundheit zu lösen", sagt Christophe Martin, Qualitätsmanager der Merck Serono Laboratories.

Der Ansatz des Programms ermöglicht nicht nur einen privilegierten Zugang zu hoch qualifizierten Personen, sondern eröffnet auch den Partnerunternehmen ein Feld von Möglichkeiten, die sie bei der Innovation mithilfe von Daten und künstlicher Intelligenz erkunden können.

Quellen : alpict.ch und idiap.ch
 

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